Immer wenn Sauerstoff ins Spiel kommt, können sich Schmierstoffe leicht entzünden

In vielen industriellen Anlagen werden Absperrarmaturen und Ventile eingesetzt – und es ist zur Reduzierung der Reibung üblich, die Bewegungsgewinde (Spindelgewinde) mit Öl und Fett leichtgängiger zu machen. Dieses in fast allen Fällen unproblematische Vorgehen kann jedoch bei Ventilen, die für den Einsatz mit Sauerstoff bestimmt sind, zu folgenschweren Unfällen führen. Warum ist das so? In mit Sauerstoff angereicherter Atmosphäre können sich Öle und Fette selbst entzünden. Im Prinzip brennen alle organischen Materialien und auch die meisten Metalle und Metalllegierungen in Sauerstoff.

Alle HEROSE-Ventile sind geprüft

Der Druck beeinflusst das Verhalten der Werkstoffe, indem z. B. die Zündtemperatur vermindert und die Verbrennungsgeschwindigkeit erhöht wird. Aus diesem Grund dürfen z. B. in einem Drucksauerstoff-System nur Werkstoffe und Teile verwendet werden, deren Design für die jeweiligen Betriebsbedingungen zugelassen ist.

Öl und Fett sind in Gegenwart von Sauerstoff besonders gefährlich, da sie sehr leicht entzündet werden können und mit explosionsartiger Heftigkeit brennen. In Sauerstoffausrüstungen verursachen Öl und Fett oft eine Kettenreaktion, die schließlich sogar zum Brennen oder Schmelzen von Metall führt. In solchen Fällen werden die Reste des geschmolzenen oder verbrannten Metalls aus dem Ventilgehäuse herausgeschleudert, und nachfolgend kann Sauerstoff ausströmen. Dadurch kann es zur heftigen und schnellen Ausbreitung eines Feuers an irgendeinem angrenzenden brennbaren Material außerhalb der Ausrüstung kommen. Öl und Fett dürfen niemals benutzt werden, um die Ventilspindel zu schmieren, wenn diese mit Sauerstoff in Kontakt kommt.

HEROSE-Ventile sind deshalb durch die Verwendung geeigneter Werkstoffpaarungen, besonderes konstruktives Design, sorgfältiges, zum Teil von Hand- Entgraten jedes einzelnen Bauteils und Montage unter annährend Reinraumbedingungen hierfür vorbereitet. Alle verwendeten Werkstoffe werden bei der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) mit den Prüfverfahren nach DIN EN 1797 auf Ihre Einsetzbarkeit in Verbindung mit Sauerstoff geprüft. Zur Herstellung der Öl- und Fettfreiheit durchläuft jede Armatur, unabhängig von Ihrem späteren Einsatz, einen eigens dafür entwickelten Reinigungsprozess.

Das Ergebnis der Reinigung wird regelmäßig überwacht und unterliegt den Anforderungen der Europäischen Norm EN 12300 „Reinheit für den tiefkalten Betrieb“. Der darin festgelegte Grenzwert von 500mg/m² muss noch weit unterschritten werden, denn nach einigen Kundenspezifikationen sind nur 100mg/m² zulässig. Durch das spezielle Reinigungsverfahren wird bei HEROSE mit unter 20 mg/m² ein Reinheitswert erzeugt, der noch mal um das Vierfache geringer ist. Die hohe Reinheit wird dokumentiert durch die Folienverpackung jeder einzelnen Armatur, und zusätzlich wird die Erfüllung der Anforderungen im Abnahmeprüfzeugnis bestätigt. Somit sind alle HEROSE-Tieftemperaturventile für den Sauerstoffeinsatz geeignet – und ein besonderer Hinweis zur Öl- und Fettfreiheit ist in der Bestellung nicht notwendig.

Foto: HEROSE GMBH

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