Sie trennen Fahrbahnen und leiten Flugzeuge, ohne sie wäre das Chaos auf Straßen und Flugfeldern groß: Markierungen auf dem Boden. Ihre Erscheinung ist dabei unterschiedlich. Mal sind sie durchgehend, dann wieder unterbrochen, manchmal auch gepunktet – und meist in den Farben Weiß und Gelb.

 

 

Weltmarktführer für Markiertechnik ist die Firma Hofmann aus Rellingen, die mit rund 100 Mitarbeitern Kunden aus 150 Ländern beliefert. HEROSE gehört seit mehr als 20 Jahren zu den Stammlieferanten. Manfred Kadner, als Außendienstmitarbeiter von HEROSE für den Kunden zuständig: „Gefordert sind unsere Sicherheitsventile der Typen 06205 und 06380.“ Deren Einsatz erklärt Torsten Pape, Leiter Vertrieb und Marketing bei Hofmann: „Sie sichern die Druckspeicher der Kompressoren, in denen bis zu sieben bar Druck herrschen.“ Über die Zusammenarbeit beider Firmen weiß Pape nur Gutes zu berichten: „Die Qualität der Ventile ist bestens – und über die vielen Jahre hat sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ergeben.“

Das Produktprogramm von Hofmann umfasst alles, was für Markierungen benötigt wird: angefangen bei kleinen, handgeführten Maschinen in Kinderwagengröße über selbst fahrende Aufsitzmaschinen bis hin zu Lastwagen mit aufmontierter Markiervorrichtung. Außerdem im Programm sind Trocknungs- und Demarkierungsmaschinen sowie Schmelzanlagen für thermoplastische Materialien, die auf den Untergrund aufgebracht werden. „Jede Maschine bei uns ist eine Einzelanfertigung“, sagt Pape, „und deshalb müssen wir auch teurer sein als unsere Mitbewerber.“ Das macht Hofmann u. a. durch guten Service wieder wett: Acht Techniker reisen ständig durch die Welt, erklären neue Maschinen und reparieren alte. Diese Betreuung nach der Auslieferung ist neben dem Prädikat „Made in Germany“ wichtigstes Kaufargument. Seniorchef Frank Hofmann (75) und Sohn Jan (40) haben deshalb auch nie über eine Verlagerung der Produktion ins Ausland nachgedacht.
Nur selten ist es noch wirklich Farbe, die Straßen und Bahnen begrenzt. „Die ist nach wenigen Überrollungen abgefahren“, sagt Pape. Meist kommt Kunststoff zum Einsatz. Die Zutaten werden erst am Ort gemischt und – kalt oder um die 220 Grad heiß – direkt auf die Straße gespritzt. Beim Trocknen wird das Material hart wie Stein. Ganz wichtig sind die Glasperlen obendrauf: „Die runden Perlen reflektieren das Licht und sorgen dafür, dass die Striche auch bei Dunkelheit und Nässe zu sehen sind, erklärt Vertriebsleiter Torsten Pape. Daher garnieren die im Durchmesser bis zu 2,5 Millimeter großen Perlen jede Markierung. Einer der größten Hersteller dieser Perlen ist übrigens die Firma Swarco in Österreich.

Heiß oder kalt markieren, dicke oder dünne Linien, Tupfen und Striche: Knackpunkt bei jedem Straßenanstrich ist die Frage, wie die Markierung so auf den Straßenbelag gebracht wird, dass sie möglichst lange hält. Die Antwort fällt je nach Klimazone anders aus. Pape: „In heißen Ländern werden Markierungen gern heiß aufgetragen, in Deutschland kommt eher auch kalter Kunststoff zum Einsatz.“ Heißer Kunststoff muss bei den Arbeiten seine 220 Grad möglichst halten, bis er Kontakt mit dem Asphalt bekommt: Sonst ist die Verbindung der beiden Materialien nicht optimal, und die Markierung platzt bald wieder ab. Pape: „Schon auf dem Weg von der Maschine auf den Boden kühlt der Kunststoff stark ab, also muss er vorher noch heißer sein. Daher werden die Zuführ-Schläuche mit rund 250 Grad heißem Öl ummantelt.“

Um seine Stellung als Weltmarktführer für Markiertechnik zu halten, legt Hofmann besonders viel Wert auf die eigene Entwicklungsarbeit. Allein elf Mitarbeiter kümmern sich zurzeit um die Themen von morgen. Pape nennt zwei davon: „Zum einen arbeiten wir an profilierten Markierungen mit eingebauter Drainage, die Regenwasser ablaufen lässt und damit zu einer guten Sichtbarkeit auch bei widrigen Wetterumständen führt. Und dann sind wir ständig dabei, den Rütteleffekt an seitlichen Fahrbahnbegrenzungen zu verbessern.“ Diese Aufträge können in Deutschland bis zu sieben Millimeter dick sein – eine Stärke, die auch den erschöpftesten Lkw-Fahrer schlagartig wieder wachrüttelt.

Hofmann produziert nicht nur Markiermaschinen, sondern hat sich auch einen Namen als Trendsetter der Branche gemacht. Seit 2001 bietet das Unternehmen in Form eines jährlich stattfindenden Technologietages ein Forum für den Dialog zwischen Markierungsunternehmen, Materialherstellern, Behörden und Ministerien sowie Forschung und Lehre an. Pape: „Im November werden sich bei uns wieder rund 600 Gäste aus 45 Nationen treffen – alles, was Rang und Namen in unserer Branche hat.“ Die Fachvorträge werden von Simultandolmetschern in fünf Sprachen übersetzt, an diversen Ständen werden neue Maschinen und ausgeklügelte Techniken präsentiert.
Mit der aktuellen Marktlage sind die Hofmanns aus Rellingen zufrieden. Mehr als 100 Großmaschinen werden pro Jahr gefertigt, die Preise liegen zwischen 60.000 und 400.000 Euro. „Besonders die Nachfrage aus Lateinamerika und Afrika ist zuletzt stark gestiegen“, sagt Pape. 60 Prozent der Produktion werden mittlerweile in Länder außerhalb der EU verkauft – die mit Abstand meistverkaufte Markiermaschine ist das Modell H 33.
Bei aller Technologie: Eins können die Maschinen von Hofmann nicht – von alleine geradeaus fahren. Zwar helfen Visiereinrichtungen dem Fahrer bei der Navigation – doch letztlich bestimmt die Geschicklichkeit des Bedieners darüber, ob die große Linie stimmt.
Den Erfolg des Unternehmens, das 1952 gegründet wurde, sieht Vertriebsleiter Torsten Pape u. a. darin, dass sich die Firma bis heute im Familienbesitz befindet und man sich persönlich kennt und schätzt. „Was wir hier mit 100 Mitarbeitern auf die Beine stellen, ist schon toll. Wir sind ein prima Team, in dem es kaum Hierarchien gibt – und dem die meisten Mitarbeiter schon viele, viele Jahre treu sind.“

 

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Posted by HEROSE