Dass sich die Firma Holstein vor 56 Jahren ausgerechnet im Bodensee-Gebiet niedergelassen hat, hat einen einfachen Grund: Die Gegend ist ein wahres Streuobst-Paradies – und ein „Gesetz für Kleinbrenner“, das so nur in Bayern und Baden-Württemberg existiert, erlaubt es u. a. Landwirten, jeweils 300 Liter Alkohol im Jahr zu erzeugen.

Die heimische Nachfrage nach Destillationsanlagen war also der Auslöser – doch der Arnold Holstein GmbH in Markdorf war die regionale Nachfrage schon bald zu wenig. Heute zählt das Unternehmen mit seinen 40 Mitarbeitern zu den weltweit führenden Herstellern, weitere Eigenprodukte sind Obstverarbeitungsmaschinen wie Passiermaschinen, Schrägförderer und Obstwaschanlagen.

Maische in der Brennblase

HEROSE ist seit mehr als 20 Jahren Lieferant für Sicherheitsventile (beispielweise Typ 06370), die unverzichtbarer Bestandteil der Brennblase von Destillationsanlagen sind. Dort herrscht ein Normaldruck von 0,3 bis 0,6 bar. Markus Holstein, Geschäftsführer der Arnold Holstein GmbH, über die Zusammenarbeit mit HEROSE: „Die Qualität ist gleichbleibend hoch, der Kundendienst prima, die Lieferzeiten sind kurz. Was will man mehr?“

Bei der Destillation wird zunächst das Ausgangsgemisch – rund um den Bodensee in der Regel Obstmaische – in der Brennblase zum Sieden gebracht. Der entstehende Dampf, der sich aus den verschiedenen flüchtigen Komponenten der zu trennenden Lösung zusammensetzt, wird in einem Kondensator durch Abkühlen wieder verflüssigt. Im Anschluss wird das flüssige Kondensat aufgefangen. Markus Holstein: „Der Alkoholanteil liegt in diesem Kondensat bei rund 80 % und wird durch Zugabe von Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt.“ Den Geschmack bestimmt immer die Maische – zum Beispiel aus Apfel, Birne oder Kirsche.

Die Arnold Holstein GmbH fertigt Destillationsanlagen mit einem Fassungsvermögen von 5 bis 150 Litern und Anlagen für die Industrie mit Füllinhalten von bis zu 6.000 Liter – zur Herstellung von feinen Obstdestillaten, Grappa, Whisky, Wodka oder Gin. Mehr als 50 % der Produktion gehen mittlerweile in den Export. Zu den Kunden gehören Getränke-Giganten auf der ganzen Welt oder aber auch die Bad Oldesloer Firma August Ernst, die mit ihrem Oldesloer Weizenkorn Marktführer in diesem Segment in Deutschland ist.

Markus Holstein hat gegen einen guten Tropfen nichts einzuwenden: „Ich trinke am liebsten Brände aus Birne oder Mirabelle – und dann und wann auch mal einen Gin.“ Damit liegt der Geschäftsführer voll im Trend: Gin hat sich nach jahrelangem Dornröschenschlaf wieder zum Modegetränk entwickelt – immer mehr Destillerien kreieren ihren ganz eigenen Gin.

(c) Foto: Carsten Wurr

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